Gottesdienst

Oktober - November 2019

 Wie es dir möglich ist:

Aus dem Vollen schöpfend - gib davon Almosen!

Wenn dir wenig möglich ist,

fürchte dich nicht, aus dem Wenigen Almosen zu geben!

(Tobias 4,8)

Liebe Gemeinden,

 

die Apokryphen sind Schriften aus der Zeit des Alten Testamentes, die nicht in der hebräischen Sprache, sondern nur in der griechischen Übersetzung vorhanden sind. Für Martin Luther sind sie der Heiligen Schrift nicht gleich gehalten, aber doch nützlich und gut zu lesen.

Dort ruft Tobitt seinen Sohn Tobias ans Sterbebett und gibt ihm Ratschläge und Verpflichtungen, wie er sich auf einer bevorstehenden Reise und selbstverständlich nach dem Tod seines Vaters verhalten soll. Sehr wichtig ist es für die Mutter zu sorgen, gerecht zu den Menschen zu sein, die ihm anvertraut sind und eben auch der Rat Großzügigkeit im Leben bestimmend sein zu lassen.

Haben und besitzenwollen birgt die Gefahr in sich, dass ein menschliches Leben aus dem Gleichgewicht gerät. Für Gerechtigkeit zu sorgen und Bedürftigen zu helfen, ist keineswegs nur für Reiche eine Pflicht. Das Wohlergehen Armer ist eine Aufgabe, der sich alle gemeinsam zu stellen haben.

Weil Gott Gerechtigkeit und das Wohl der Armen als Aufgabe aller Menschen sieht, sind Wohlhabende und Menschen mit kleinem Geldbeutel gemeinsam herausgefordert. Dabei muss sich niemand schämen, weil er nur wenig geben kann.

Wir alle haben uns immer wieder neu die Frage zu stellen, wie wir zur Überwindung der Armut in der Welt etwas beitragen können.

 

Ihr Pfarrer Rüdiger Lange